Zwischen Sprachen – Mehrsprachigkeit in der Kita verstehen und stärken
Zwischen Sprachen – Mehrsprachigkeit in der Kita verstehen und stärken
Mehrsprachigkeit ist in vielen Kitas gelebte Realität. Gleichzeitig begegnen Fachkräfte immer wieder Unsicherheiten: Wird der Erwerb der deutschen Sprache verzögert? Sollten Kinder Sprachen besser „trennen“? Und wie können Familiensprachen wertschätzend eingebunden werden, ohne den Bildungsauftrag aus dem Blick zu verlieren?
In der aktuellen Folge von rundumKita sprechen wir mit Maria Rogahn-Beckmann (LAMSA e. V., Projekt IKL Kita) über zentrale Grundlagen und aktuelle wissenschaftliche Perspektiven auf Mehrsprachigkeit.
Mehrsprachigkeit ist Normalität
Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist Mehrsprachigkeit weltweit eher die Regel als die Ausnahme. Kinder sind von Geburt an in der Lage, mehrere Sprachen parallel zu erwerben. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Sprachen, sondern die Qualität der sprachlichen Interaktionen.
Wir klären unter anderem:
- was unter Erst-, Familien- und Zweitsprache verstanden wird
- warum Sprachen sich im Gehirn nicht „gegenseitig behindern“
- wie Sprache Identitätsentwicklung und Zugehörigkeit beeinflusst
- was „Translanguaging“ bedeutet – also das flexible Nutzen aller sprachlichen Ressourcen eines Kindes
Sprachbildung alltagsintegriert gestalten
Ein besonderer Fokus liegt auf der alltagsintegrierten Sprachbildung. Sie gelingt dann, wenn Fachkräfte:
- sprachlich anregende Situationen bewusst gestalten
- Dialoge vertiefen
- Begriffe erweitern und modellieren
- Familiensprachen sichtbar und hörbar wertschätzen
So entsteht eine diskriminierungssensible Praxis, die Deutschkompetenzen stärkt und gleichzeitig die sprachliche Vielfalt als Ressource begreift.
Mit fachlichem Hintergrund, Stimmen aus der Praxis und konkreten Impulsen für Teams und Eltern verbindet diese Episode Wissen, Haltung und Handwerkszeug für einen professionellen, respektvollen Umgang mit Mehrsprachigkeit.
